Träger

Warum betreibt die Evangelische Martin-Luther-Kirchengemeinde Wirges eine Kindertagesstätte?

Jesus Christus spricht: „Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran, denn ihnen gehört das Reich Gottes.“

Art_9Dies ist der Auftrag, den Gott uns Menschen gegeben hat, verantwortungsbewusst und voller Wertschätzung mit Kindern umzugehen. Sie sollen und dürfen die Liebe Gottes am ehesten erfahren. Diesem Auftrag, der ein sehr verantwortungsvoller Auftrag ist, möchte die Kirchengemeinde gerecht werden. Dies ist der Schlüsselsatz, der deutlich macht, dass Kinder in unserer Welt willkommen sind.

Schon seit Bestehen der Evangelischen Kirchengemeinde Wirges betreibt sie eine Kinder­tagesstätte. Damals  wollten die Vertreter der Kirchen­gemeinde vielleicht in einem katholischen Umfeld ein Zeichen setzen: Die Evangelischen sind bereit, Verantwortung zu übernehmen für die Kleinsten, für den Nachwuchs, um ihnen eine gute Erziehung zu gewährleisten. Kinder sind das schwächste Glied in der Gesellschaft. Sie haben nur wenige, die für sie sprechen. Kinder sind diejenigen, die sich nicht wehren können, wenn sie angegriffen werden, wenn ihnen mangelnde Erzie­hung vorgeworfen wird.

Für uns heute sind die Kinder das wichtigste Glied in der Kette derjenigen, die den Segen Gottes bedürfen. Genau aus diesem  Grund möchte die Kirchengemeinde helfen, Kinder pädagogisch gut und wertvoll zu erziehen. Kinder sollen das Gefühl bekommen, geliebt und anerkannt zu werden. Deshalb gehört zur evangelischen Martin-Luther-Kirchengemeinde  eine Kindertagesstätte – das Regenbogenland. In ihrer Kinderkrippe finden auch die kleinsten Kinder, sprich den Einjährigen, einen Platz.

Art_3Anders als bei einem staatlichen Träger achten wir auf ein religionspädagogisches Angebot. Der Gemeindepfarrer gestaltet gemeinsam mit den Erzieherinnen regelmäßig einen Krabbelgottesdienst. So wird deutlich, dass die frohe Botschaft von einem Gott, der seine Menschen vorbehaltlos liebt, auch und gerade den Kindern gilt.

Wer nun allerdings meint, die Kindertagesstätte würde nur evangelische Kinder aufnehmen, der muss enttäuscht werden. Jeder Träger ist vom Gesetz her gehalten, jedes Kind, unab­hängig von der Konfession oder einer Religion, aufzunehmen und es zu betreuen. Diesem gesetzlichen Auftrag kommen wir gerne nach, denn wir möchten als evangelische Gemeinde mit den anderen Religionen ins Gespräch kommen. In der Kindertagesstätte wird dies prak­tiziert und vom Träger gewollt und unterstützt. Kinder haben keine Berührungsängste. Sie können uns Erwachsenen vorleben, wie ein Dialog gelingen kann.

Welche Strukturen der Zusammenarbeit zwischen Kita und Träger gibt es?

Grundsätzlich werden alle Entscheidungen, die für die Kindertagesstätte wichtig sind, vom Träger getroffen. Das Entscheidungsgremium für die Kirchengemeinde und damit auch für das Regenbogenland ist der Kirchenvorstand. Er besteht zur Zeit inklusive des Pfarrers aus 11 Personen. Der Kirchenvorstand bestimmt die Kita-Leiterin, die eng mit dem Träger zusammenarbeitet. Die Kita-Leiterin unterrichtet den Vorsitzenden des Kirchenvorstandes regelmäßig von den Entscheidungen, die das Kita-Team in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat trifft. Der Kirchenvorstand vertraut darauf, dass die Entscheidungen des Personals und die pädagogische Arbeit in seinem Sinne durchgeführt werden.

Art_6In Marion Glaubitt, der derzeitigen Kita-Leiterin, hat die Kirchengemeinde eine gute und verantwortlich denkende Person gefunden, die in engem Kontakt mit dem Trägervertreter steht. Wichtige Entscheidungen zum Beispiel über Personal,  Öffnungszeiten oder  das pädagogische Konzept werden vom Kindergartenausschuss vorbereitet. Ihm gehören die Leiterin der Kindertagesstätte, ihre Stell­vertreterin, der Vorsitzende des Kirchenvorstandes, zwei weitere Kirchenvorstands­mitglieder und zwei Elternvertreter an.

Wir finanziert sich das Regenbogenland?

Die Finanzierung der Kindertagesstätte wird zu einem großen Teil vom Land Rheinland-Pfalz, vom Kreis und der Kommune bestritten. Das Regenbogenland als kirchliche Kindertagesstätte wird aber auch zu 10% aus Kirchensteuermitteln finanziert. Dies setzt voraus, dass zwischen  Kirchengemeinde,  Kommune,  Kreis und dem Land Rheinland-Pfalz ein enges Ver­trauensverhältnis besteht, das ein Garant dafür ist, dass die Kindertagesstätte finanziell gut aufgestellt ihre Arbeit an den Kindern tun kann.

 Wilfried Steinke, Pfarrer